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Mythos Wolf – Damit ich Dich besser fressen kann

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Beschreibung

Kaum ein Tier wird so gefürchtet und gleichzeitig so verehrt wie der Wolf, Canis Lupus. Gefürchtet als gnadenloser Jäger, bewundert wegen seiner Intelligenz, seiner Stärke und geachtet wegen seiner Fürsorge bei der Welpenaufzucht.

Es gibt ihn wieder in Deutschland, den Wolf – Canis Lupus. Mittlerweile sind es vier Rudel, die sich in der Lausitz südöstlich von Berlin Reviere eingerichtet haben. Ungefähr vor zwölf Jahren sind Jägern und Biologen erstmals Spuren aufgefallen, die sie zunächst keinem der Tiere zuordnen konnten, die in dieser von Braunkohletagebau und Truppenübungsplätzen geprägten Region üblicherweise leben.

Dem ersten Unglauben folgte bald auch die Angst vor dem neuen Nachbarn Wolf. Sind die Kinder in Gefahr? Stimmt das Märchen vom Rotkäppchen? Kaum ein Tier ist so von Mythen umrankt wie der Wolf. Die Urangst vor dem Wolf ist jedoch ausschließlich ein Produkt der Kulturgeschichte. Der Wolf stellt in Wirklichkeit keine Bedrohung für den Menschen dar. Er greift Menschen nicht an, ist eher scheu und zurückhaltend.

Viele Völker haben den Wolf als Gefährten bei der Jagd sowie als lebendes Symbol für Freiheit, Weisheit und Stärke verehrt. Verfemt wurde er, als der Mensch sich Haustiere zulegte. Der Wolf wurde zur Bedrohung für die Bauern. Der Angriff eines Rudels auf eine Schafherde konnte die Existenz einer Familie ruinieren. Und diese Gefahr wurde massiv bekämpft. Mit Fallen und Netzen machte man den Wölfen den Garaus.

Mitte des 19. Jahrhunderts waren sie in Deutschland ausgerottet. Nur in Mythen und Sagen lebte der Wolf weiter. Jedes Kind lernt heute den Wolf als Bösewicht im Grimm’schen Märchen kennen, und die Legende der Bestie von Gévaudan gehört zum französischen Kulturgut. Als Werwolf treibt er in Hollywoodfilmen sein Unwesen. Doch jetzt sind die Wölfe wieder da, in den Wäldern der Lausitz. Erste Unsicherheiten gehören inzwischen der Vergangenheit an, nur einige Jäger machen immer noch Front gegen den Rivalen im Revier.

Andere Bewohner der Lausitz stehen wegen der Wölfe tatsächlich vor neuen Problemen: Wie schützt ein Schäfer seine Herde vor Wölfen? 2002 wurden in einer Nacht gleich 27 Schafe gerissen und es gibt immer wieder Verluste, trotz großer Hunde und Elektrozäune.

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