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Deutschland im Griff der Stromkonzerne

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UnterirdischEmpfehlenswert

Beschreibung

Vier große Konzerne beherrschen den Energiemarkt in Deutschland. Die Folgen: Preise und Renditen steigen, Millionen Verbraucherbezahlen die Zeche mit zu hohen Energiepreisen. Die Hintergründe zeigt die Fernseh-Dokumentation des ZDF Frontal 21: “Das Kartell – Deutschland im Griffder Energiekonzerne”, die der Verein Erneuerbare Energien für Schotten (EES) im Multifunktionssaal der Ausbildungsstätte Hessen-Forst auf einer Großbildleinwandvorführte. Anwesend war Hans Koberstein, einer der beiden Redakteure der Dokumentation,der anschließend über die Schwierigkeiten bei ihren Recherchen berichtete.

“Sie erzielen Rekordgewinne in Milliardenhöhe, sie nehmen skrupellos ihre Kunden aus und sie manipulieren die Politik wie keine andere Branche: Deutschland Stromkonzerne bilden einen Staat im Staate, der zusehends zur Bedrohung für die wirtschaftliche und ökologische Sicherheit des Landes wird,” heißt es in der Würdigung der Jury für die preisgekrönte Dokumentation. Die Dokumentation zeigt, wie die Energiekonzerne Politiker und die zuständigen Beamten in den Ministerien beeinflussen. In eigenen Abteilungen entwickeln hoch qualifizierte Experten Gesetzesvorschläge,die ihren Einfluss sichern und ausbauen. Sie stellen Fachleute für die Ministerien ab – natürlich kostenlos. Ein Prozent ihrer Milliardengewinne gebensie für die Lobby-Arbeit aus. Keine andere Branche reicht da annähernd ran.Viele ehemalige Politiker arbeiten für die Konzerne. Der Filz ist kaum noch zuentwirren.

An der Strombörse in Leipzig, die für faire Preise sorgen soll, treiben die Konzerne durch künstliche Angebotsverknappung die Preise hoch. Profit schlagen die Energiekonzerne sogar aus den ihnen von der Politik kostenlos zur Verfügung gestellten Kohlendioxyd-Verschmutzungsrechten, indem sie den dafür an der Börse in Leipzig ermittelten Wert auf den Strompreis aufschlagen. Kein Wunder, dass die Konzerne 45 weitere Kohlekraftwerke planen.Schmutzig lohnt sich. Die Folgen für den Klimawandel werden verharmlost. Eine merkwürdige Verteuerung erfährt auch das Gas auf seinem Weg von der Grenze biszum Verbraucher: der Gaspreis verdreifacht sich.

Da diese Zusammenhänge oft nur Insidern bekannt sind odervon den Energiekonzernen unter Verschluss gehalten werden, mussten die beiden Redakteure akribisch recherchieren. Der Fernsehredakteur erzählte, dass ihre meisten Gesprächswünsche mit Konzernbeauftragten abgelehnt wurden. Politiker verweigerten Interviews oder schwächten ihre Befunde ab. Nachdem die Dokumentationdas erste Mal ausgestrahlt wurde, beschwerte sich ein Vorstandvorsitzender beim Intendanten des ZDF, ohne die Inhalte widerlegen zu können. Immerhin hat bisheute kein Konzern gegen die Dokumentation geklagt. Das zeigt: die Faktenstimmen.

Schlüsselfrage in der Diskussion war dann: Was können wirselber tun, um uns als Verbraucher aus dieser Abhängigkeit befreien? Viele Kunden wechselten bereits ihren Energielieferanten. Allerdings sind die Alternativen noch begrenzt. So erläuterte Jens Schmidt, Pressesprecher der OVAG, die Abhängigkeit des kommunalen Energielieferanten und Netzbetreibers vonden Energiekonzernen. Da die OVAG über zu geringe eigene Stromerzeugungskapazitäten verfüge, müsse sie den meisten Strom bei Eon hinzukaufen. Das will die OVAG ändern, indem sie eigene Kapazitäten aufbaue, sich an Windparks beteilige und den Ausbau Erneuerbarer Energien fördere.

Grundsätzlich helfe nur eine dezentrale Strategie, um das Kartell der Stromkonzerne zu brechen, so die Meinung von Diskutanten. Wir müssen weniger Energie verbrauchen und den Rest möglichst selber erzeugen.EES-Vereinsvorsitzende Dr. Jutta Kneißel verwies auf das Leitbild der Stadt Schotten,das die Stadtverordneten im Dezember 2008 einstimmig verabschiedeten. Ziel istes danach, sich bis 2015 von fossilen und atomaren Energieträgern unabhängig zumachen. Dazu wollen die Stadt Schotten und ihre Bürger ihren Energiebedarf jährlich um 5 Prozent reduzieren und den Anteil der selbst erzeugten Erneuerben Energien um den gleichen Betrag steigern.

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